Stand der Technik WLAN

WLAN.1 - Planung und Bestand

WLAN.1.1 Inventar der Systeme

Inventories

Statement

Informationen und Assets SOLLTE ein Inventar der IT-Systeme einschließlich Identifikationsbezeichnung und letztem bekannten Verbleib dokumentieren.

Guidance

Das Inventar führt Access Points, zentrale Steuerungen, Authentisierungsdienste, Managementplattformen und fest zugeordnete Funkkomponenten mit eindeutiger Kennung, Standort, Verantwortlichkeit, Softwarestand und Betriebsstatus. Automatisierte Bestandsdaten werden mit freigegebenen Sollbeständen abgeglichen, damit Änderungen, Schwachstellen und außer Betrieb genommene Geräte nachvollziehbar bleiben.

WLAN.1.1.1 Aufdecken unautorisierter IT-Systeme

Rogue Access Point
Statement

Informationen und Assets für Netze SOLLTE das Aufdecken unautorisierter IT-Systeme verankern.

Guidance

Aktive und passive Erfassung, Controller-Telemetrie und Funkbeobachtung gleichen den freigegebenen WLAN-Bestand mit den tatsächlich sichtbaren Geräten ab. Unbekannte Access Points, Bridges und Clients werden verifiziert, bis zur Klärung angemessen isoliert und anschließend entweder autorisiert inventarisiert oder als Sicherheitsvorfall behandelt.

WLAN.1.2 Inventar der Netze

Inventories

Statement

Architektur SOLLTE ein Inventar der Netze einschließlich interner Segmente, externer Netzanschlüsse und deren Verwendungszweck dokumentieren.

Guidance

Das Netzinventar beschreibt Access Points, Funkzellen, SSIDs, VLANs, Controller, Authentisierungsdienste, Uplinks und Übergänge mit Zweck und Verantwortlichkeit. Änderungen an Standort, Adressierung, Roaming, Segmentzuordnung oder Betriebsstatus werden zeitnah nachgeführt und mit automatisiert ermittelten Daten abgeglichen.

WLAN.1.3 Netzplan

Statement

Architektur für Netze SOLLTE einen Netzplan dokumentieren.

Guidance

Der Netzplan stellt die WLAN-Infrastruktur mit Funkzellen, zentralen Komponenten, logischen Segmenten, Sicherheitsübergängen, Managementpfaden und externen Abhängigkeiten nachvollziehbar dar. Detailtiefe und Zugriffsschutz werden so gewählt, dass Planung, Störungsanalyse und Sicherheitsprüfung möglich sind, ohne unnötige sensible Betriebsinformationen offenzulegen.

WLAN.1.4 Netzabdeckung

Statement

Architektur für WLANs SOLLTE die Netzabdeckung testen.

Guidance

Eine Funkfeldplanung und wiederholbare Ausleuchtung prüfen Abdeckung, Zellüberlappung, Kanalnutzung, Kapazität und Störeinflüsse in den vorgesehenen Frequenzbändern. Messungen umfassen benötigte Versorgungsbereiche ebenso wie Zonen, in denen Funkversorgung begrenzt sein soll; regulatorische Einsatzbedingungen werden eingehalten.

WLAN.1.5 Dimensionierung der Netzanbindung

Statement

Architektur für Netze SOLLTE eine bedarfsgerechte Netzanbindung installieren.

Guidance

Kapazität und Qualität werden aus Gerätedichte, Nutzerzahl, Anwendungen, Roaming, Funkumgebung, IoT-Verhalten und Spitzenlasten abgeleitet. Funkplanung und Messung berücksichtigen Airtime, Kanalbelegung, Backhaul, Latenz, Paketverlust und Zellüberlappung; Telemetrie und Lasttests steuern die Nachdimensionierung.

WLAN.2 - Segmentierung und Netzzugang

WLAN.2.1 Netzsegmente

Lateral Movement, Separation of Concerns

Statement

Architektur für Netze SOLLTE eine Unterteilung des internen Netzes in Netzsegmente unter Berücksichtigung der Anforderungen der Institution und des Schutzbedarfes verankern.

Guidance

Unternehmens-, Gast-, Administrations- und IoT-Zugänge werden als getrennte Sicherheitszonen geplant. Die Zuordnung von SSID, VLAN, Identität und Schutzbedarf wird an kontrollierten Übergängen konsistent umgesetzt; eine bloße Trennung der Funknamen gilt nicht als Segmentierung.

WLAN.2.2 Einschränkung von Verbindungen zwischen Segmenten

Lateral Movement, Separation of Concerns

Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen Netzsegmenten anhand von {{ Kriterien }} einschränken.

Guidance

Verbindungen zwischen WLAN-Segmenten folgen dokumentierten, standardmäßig restriktiven Regeln. Freigaben berücksichtigen Schutzbedarf, Nutzer- und Geräteidentität, Dienst, Richtung und Betriebszustand; Gast- und IoT-Zugänge erhalten keinen pauschalen Zugriff auf interne oder administrative Netze.

WLAN.2.2.1 Externe Netzanschlüsse

Internet Exposure, Command & Control
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen über externe Netzanschlüsse einschränken.

Guidance

Externe Verbindungen aus WLAN-Segmenten führen über festgelegte Kontrollpunkte zum Internet, zu Partnernetzen, Cloud-Diensten oder Fernzugängen. Unverwaltete Mobilfunkrouter, Client-Hotspots und parallele Funkverbindungen dürfen diese Übergänge nicht unkontrolliert umgehen; zugelassene Pfade werden gefiltert und protokolliert.

WLAN.2.2.2 Gastnetz

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen Gastnetz und internem Netz einschränken.

Guidance

Das Gast-WLAN ist vom internen Netz getrennt und erreicht ausschließlich die für den Gastdienst vorgesehenen Ziele. Interne Namens-, Verwaltungs- und Infrastrukturservices bleiben gesperrt, soweit sie nicht nachweislich benötigt werden; Client-zu-Client-Kommunikation wird entsprechend dem Nutzungskonzept begrenzt.

WLAN.2.2.3 Segmentierung von Servern und Clients

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen Hostsystemen und Clients einschränken.

Guidance

WLAN-Clients werden von Server- und Managementsystemen getrennt. Erforderliche Verbindungen laufen über kontrollierte Übergänge mit beschränkten Quellen, Zielen, Diensten und Richtungen, sodass ein kompromittiertes Endgerät nicht unmittelbar Controller, Verzeichnisdienste oder Administrationsschnittstellen erreicht.

WLAN.2.2.4 VoIP-Netz

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze KANN Verbindungen zwischen Daten- und VoIP-Systemen einschränken.

Guidance

Sprach- und sonstige Datenverkehre im WLAN werden entsprechend Verfügbarkeit, Priorität und Schutzbedarf getrennt behandelt. Eigene Segmente oder gleichwertige Richtlinien für Voice over WLAN begrenzen laterale Zugriffe und werden mit QoS, Filterregeln und dem Ausfallkonzept abgestimmt.

WLAN.2.2.5 OT-Systeme

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen OT-Systemen und anderen IT-Systemen einschränken.

Guidance

OT-, Gebäudeautomations- und eingeschränkt administrierbare IoT-Geräte mit WLAN-Anbindung werden in dedizierten Zonen betrieben. Nur ausdrücklich benötigte Beziehungen zu Steuerungen, Sprungdiensten und Managementsystemen sind freigegeben; fehlende moderne Authentisierungsfunktionen werden durch zusätzliche Übergangskontrollen kompensiert.

WLAN.2.2.6 Demilitarisierte Zone

Lateral Movement
Statement

Architektur für Netze SOLLTE eine demilitarisierte Zone installieren.

Guidance

Extern erreichbare WLAN-Dienste werden über eine demilitarisierte Zone oder eine gleichwertig kontrollierte Übergangsarchitektur angebunden. Öffentliche, interne und administrative Kommunikationsrichtungen sind getrennt gefiltert, damit ein kompromittierter Dienst nicht unmittelbar in Client- oder Managementsegmente weiterleitet.

WLAN.2.2.7 Management-Netz

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE ein oder mehrere Management-Netze installieren.

Guidance

Administration, Telemetrie und Steuerverkehr von Access Points, Controllern, Switches und Authentisierungsdiensten werden in einem gesonderten Managementnetz geführt. Der Zugang ist auf freigegebene Administrationssysteme und Rollen beschränkt, stark authentisiert und gegenüber Gast-, IoT- und gewöhnlichen Client-Segmenten abgeschottet.

WLAN.2.2.8 Segmentierung von Test und Betrieb

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen Testumgebungen und Betrieb einschränken.

Guidance

Test-, Staging- und Produktivkonfigurationen der WLAN-Infrastruktur bleiben voneinander getrennt. Neue Firmware, Funkparameter, Authentisierungsverfahren und Richtlinien werden unter realistischen Bedingungen geprüft, nachvollziehbar freigegeben und mit einem erprobten Rückfallweg in den Betrieb übernommen.

WLAN.2.2.9 Segmentierung von IPv4 und IPv6

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen IPv4 und IPv6 einschränken.

Guidance

IPv4- und IPv6-Verkehr im WLAN wird bewusst geplant und für beide Protokollfamilien gleichwertig geschützt. Nicht verwendete Protokollpfade werden deaktiviert; Adressvergabe, Router Advertisements und Filterregeln verhindern, dass ein weniger kontrollierter Dual-Stack-Nebenpfad entsteht.

WLAN.2.2.10 Drucker-Netz

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen Druckern und anderen Systemen einschränken.

Guidance

WLAN-fähige Drucker und Multifunktionsgeräte werden in eigenen oder vergleichbar restriktiven Zonen betrieben. Clients erreichen nur die benötigten Druckdienste; direkte Administration, unnötige Discovery-Protokolle und Verbindungen in andere WLAN-Segmente bleiben beschränkt.

WLAN.2.2.11 Physische Segmentierung

Lateral Movement, Separation of Concerns
Statement

Architektur für Netze KANN den physischen Zugang auf diese einschränken.

Guidance

Physische Segmentierung wird eingesetzt, wenn logische Trennung den Schutzbedarf oder die geforderte Fehlerunabhängigkeit nicht ausreichend erfüllt. Für WLAN betrifft dies insbesondere getrennte Controller-, Switching-, Verkabelungs- oder Administrationspfade; gemeinsame Abhängigkeiten werden dokumentiert und bewertet.

WLAN.2.3 Netzzugangskontrolle

Network Access Control, Rogue Access Point

Statement

Architektur für Interne Netzsegmente SOLLTE den Zugriff von IT-Systemen auf das Netzsegment im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements authentifizieren.

Guidance

Der WLAN-Zugang wird vor der regulären Netznutzung anhand belastbarer Nutzer- oder Geräteidentitäten autorisiert. Für verwaltete Unternehmenszugänge werden IEEE 802.1X, gegenseitige zertifikatsbasierte Authentisierung und zentrale Richtlinien bevorzugt; MAC-Adressen allein gelten nicht als ausreichender Identitätsnachweis.

WLAN.2.3.1 Dynamische Netzzugangskontrolle

Network Access Control, Rogue Access Point
Statement

Architektur für Interne Netzsegmente SOLLTE den Zugriff von IT-Systemen auf das Netzsegment anhand {{ dynamischer Kriterien }} im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements authentifizieren.

Guidance

Dynamische Netzzugangskontrolle berücksichtigt neben der Identität auch Gerätekategorie, Verwaltungsstatus, Sicherheitszustand, Standort und aktuelles Risiko. Richtlinienzuweisungen werden nachvollziehbar protokolliert, gegen Umgehung getestet und so gestaltet, dass Fehler weder unkontrollierten Zugriff noch großflächige unnötige Sperren verursachen.

WLAN.2.3.2 Quarantäne

Network Access Control, Rogue Access Point
Statement

Architektur für Interne Netzsegmente KANN ein Quarantänenetz für nicht authentifizierte IT-Systeme installieren.

Guidance

Nicht konforme, unbekannte oder nur teilweise vertrauenswürdige WLAN-Geräte werden in ein Quarantänesegment mit minimalen Diensten verschoben. Von dort sind ausschließlich definierte Registrierungs-, Prüf- oder Wiederherstellungswege erreichbar; die Rückkehr in das reguläre Netz erfordert eine erneute erfolgreiche Bewertung.

WLAN.2.4 Autorisiertes Routing

Statement

Architektur für Netze SOLLTE Routing-Verbindungen durch {{ eine zuständige Person oder Rolle }} autorisieren.

Guidance

Routing- und Weiterleitungsänderungen zwischen WLAN-Zonen werden vor Aktivierung durch eine zuständige, vom technischen Ändernden angemessen getrennte Rolle freigegeben. Die Genehmigung bezieht sich auf Quelle, Ziel, Dienst, Richtung, Schutzbedarf und Laufzeit und wird mit der tatsächlich ausgerollten Konfiguration abgeglichen.

WLAN.2.5 Authentifizierung von Routingprotokollen

Statement

Architektur für Netze SOLLTE Änderungen an Routing-Tabellen im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements authentifizieren.

Guidance

Routingprotokolle in den an WLAN angebundenen Netzen akzeptieren Nachbarschaften und Aktualisierungen nur aus freigegebenen, authentisierten Quellen. Schlüssel und Vertrauensanker werden geschützt und erneuert; unerwartete Routenänderungen, Nachbarschaften oder Authentisierungsfehler werden protokolliert und alarmiert.

WLAN.3 - Funkbetrieb und Beschaffung

WLAN.3.1 Einschränkung in Sicherheitsbereichen

Statement

Architektur für WLANs KANN in Sicherheitsbereichen die Ausstrahlung einschränken.

Guidance

In Sicherheitsbereichen wird die Funkabstrahlung auf den betrieblich notwendigen Raum und die erforderliche Leistung begrenzt. Standort, Antennencharakteristik, Sendeleistung und bauliche Dämpfung werden durch Messungen verifiziert; verbleibende Außenreichweite fließt in Zugangskontrolle und Überwachung ein.

WLAN.3.2 SSIDs

Statement

Architektur für WLANs SOLLTE institutionsspezifische SSIDs aktivieren.

Guidance

SSID-Namen werden institutionell festgelegt, eindeutig zugeordnet und ohne unnötige interne Detailinformationen vergeben. Veraltete, temporäre und für den Betrieb nicht benötigte SSIDs werden entfernt; ähnlich benannte fremde Netze und unerwartete Konfigurationsabweichungen werden überwacht.

WLAN.3.3 Verschlüsselte Netzanbindung

Statement

Architektur für WLANs SOLLTE die Netzanbindung {{ WPA3 }} verschlüsseln.

Guidance

Die Funkstrecke verwendet WPA3; institutionelle Zugänge nutzen bei technischer Eignung WPA3-Enterprise mit IEEE 802.1X und EAP-TLS 1.3 sowie geschützten Management-Frames. Ausnahmen für Gast- oder IoT-Geräte werden auf getrennte Zonen begrenzt, risikobasiert dokumentiert und dürfen keine veralteten Verfahren wie WEP oder WPA als Zielzustand etablieren.

WLAN.3.4 Kompatibilität der Netzanbindung

Lieferketten

Statement

Beschaffungsmanagement für Einkäufe SOLLTE den Bedarf für die Kompatibilität im Hinblick auf die Netzanbindung dokumentieren.

Guidance

Beschaffungsvorgaben prüfen die Anschlussfähigkeit an Funk-, Zugangs- und Managementarchitektur vor der Auswahl. Bewertet werden insbesondere unterstützte Frequenzbänder, WPA3, IEEE 802.1X mit geeigneten EAP-Verfahren, RADIUS-Anbindung, Segmentierung, sichere Administrationsprotokolle, zentrale Protokollierung, Updatefähigkeit und die Trennung von Unternehmens-, Gast- und IoT-Zugängen.

WLAN.4 - Perimeterschutz und Resilienz

WLAN.4.1 Einschränkung und Inspektion von Verbindungen

Statement

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen IT-Systemen einschränken.

Guidance

Übergänge zwischen WLAN-Zonen und zu externen Netzen beschränken Verbindungen auf den dokumentierten Geschäftsbedarf und prüfen sie entsprechend dem Risiko. Regeln werden aus zulässigen Datenflüssen abgeleitet, vor der Freigabe getestet, protokolliert und regelmäßig um nicht mehr benötigte Ausnahmen bereinigt.

WLAN.4.1.1 Blockieren anfälliger Netzprotokolle

Statement

Architektur für Netze SOLLTE anfällige Netzwerkprotokolle blockieren.

Guidance

Anfällige oder nicht benötigte Netzprotokolle werden an WLAN-Übergängen blockiert. Erforderliche Altprotokolle bleiben auf eng definierte Quellen und Ziele beschränkt, werden überwacht und erhalten einen dokumentierten Ablöse- oder Kompensationsplan.

WLAN.4.1.2 Netzbasierte Angriffe

Statement

Architektur für Netze SOLLTE bekannte netzbasierte Angriffsmethoden blockieren.

Guidance

Die WLAN-nahe Netzinfrastruktur begrenzt typische Angriffe auf Schicht 2 und 3 durch geeignete Port-, Adress- und Nachbarschaftskontrollen. Schutzmechanismen gegen gefälschte ARP-, DHCP- und Router-Informationen werden mit Roaming, Redundanz und den vorgesehenen Clienttypen getestet.

WLAN.4.1.3 TCP-basierte Angriffe

Statement

Architektur für Netze SOLLTE bekannte TCP-basierte Angriffsmethoden blockieren.

Guidance

TCP-basierte Angriffe aus oder gegen WLAN-Segmente werden durch zustandsbehaftete Prüfung, belastbare Zeitgrenzen und ressourcenschonende Behandlung unvollständiger Verbindungen begrenzt. Ausnahmen für spezielle Anwendungen werden eng gefasst und anhand von Telemetrie auf Umgehung oder Überlastung überwacht.

WLAN.4.1.4 UDP-basierte Angriffe

Statement

Architektur für Netze SOLLTE bekannte UDP-basierte Angriffsmethoden blockieren.

Guidance

UDP-basierte Angriffe, insbesondere Flooding, Reflection und Missbrauch der Adressvergabe, werden an WLAN-Übergängen begrenzt. Erlaubte UDP-Dienste sind nach Quelle, Ziel und Rate eingeschränkt; DHCP- und DNS-Verhalten wird gegen Baselines und missbräuchliche Last geprüft.

WLAN.4.1.5 Software-definierte Verbindungen

Statement

Architektur für Netze KANN Verbindungen zwischen IT-Systemen anhand dynamischer Kriterien einschränken.

Guidance

Softwaredefinierte Segment- und WLAN-Richtlinien dürfen Verbindungen anhand aktueller Identitäts-, Geräte-, Standort- und Risikosignale dynamisch anpassen. Signale und Entscheidungslogik werden authentisch, versioniert und ausfallsicher bereitgestellt; Änderungen werden vor Freigabe getestet und auf unbeabsichtigte Sperren oder Öffnungen überwacht.

WLAN.4.2 Redundanz im Kernnetz

Hochverfügbarkeit, Failover

Statement

Architektur für Netze SOLLTE für das Kernnetz redundante Netzkomponenten installieren.

Guidance

Kritische WLAN-Dienste vermeiden einzelne Ausfallpunkte in Controllern, Authentisierungs- und Verzeichnisdiensten, Switching, Stromversorgung und Uplinks. Redundante Pfade werden standort- und dienstbezogen getrennt, kapazitiv ausreichend dimensioniert und durch kontrollierte Failover-Tests mit definiertem sicheren Restbetrieb verifiziert.

WLAN.4.3 Schutz gegen volumetrische DoS-Angriffe

Hochverfügbarkeit, DDoS

Statement

Architektur für Netze KANN Schutzmaßnahmen gegen volumetrische DoS-Angriffe aktivieren.

Guidance

Schutz gegen volumetrische Angriffe umfasst Internetübergänge, Controller, Authentisierungsdienste und gemeinsam genutzte WLAN-Ressourcen. Ratenbegrenzung, vorgelagerte Abwehr, verteilte Dienste und abgestufte Notfallmaßnahmen werden getestet, damit legitime Unternehmens-, Gast- und IoT-Kommunikation möglichst erhalten bleibt.

WLAN.5 - Überwachung und Detektion

WLAN.5.1 Topologieüberwachung

Statement

Architektur für Netze SOLLTE die Einhaltung der Netzarchitektur {{ kontinuierlich }} überprüfen.

Guidance

Topologie, Erreichbarkeit und Zuordnung der WLAN-Komponenten werden kontinuierlich überwacht. Der Soll-Ist-Abgleich erkennt ausgefallene oder versetzte Access Points, unerwartete Uplinks, geänderte Nachbarschaften und nicht freigegebene Segmentbeziehungen; bestätigte Abweichungen lösen einen geregelten Klärungsprozess aus.

WLAN.5.2 Anomalien in Netzen und am Perimeter

Command & Control, Lateral Movement, Data Exfiltration

Statement

Detektion für Netze SOLLTE den Netzwerkverkehr auf Anomalien überwachen.

Guidance

Controller-, RADIUS-, DNS- und Firewallereignisse sowie geeignete Verkehrsmetadaten werden korreliert, um ungewöhnliche Clients, neue Kommunikationsbeziehungen, Scans, Datenabflüsse und auffällige Authentisierungsmuster zu erkennen. Baselines unterscheiden Standorte, SSIDs und Gerätegruppen; Alarme werden priorisiert und mit überprüfbaren Reaktionswegen verbunden.

WLAN.5.2.1 Netzwerk-Honeypots

Advanced Persistent Threats (APT), Honeypot
Statement

Detektion für Netze KANN Netzwerk-Honeypots installieren.

Guidance

Netzwerk-Honeypots können in geeigneten WLAN-nahen Segmenten laterale Bewegung und unberechtigte Zugriffe früh sichtbar machen. Die Honeypots enthalten keine produktiven Daten oder Vertrauensbeziehungen, sind eindeutig von echten Diensten getrennt und werden so betrieben, dass reguläre Scans und Nutzeraktivitäten nicht dauerhaft Fehlalarme erzeugen.

WLAN.5.2.2 Netzverkehrsfluss

Lateral Movement
Statement

Detektion für Netze KANN auf kritische Netzverkehrsflüsse anhand von {{ Kriterien }} überwachen.

Guidance

Verkehrsflüsse an WLAN-Übergängen, zwischen Sicherheitszonen und zum Managementnetz werden anhand dokumentierter, risikobezogener Kriterien beobachtet. Quelle, Ziel, Dienst, Datenmenge, Dauer und Richtung reichen häufig aus; Erhebung, Aufbewahrung und Zugriff werden datenschutzgerecht auf die für Detektion und Untersuchung nötigen Punkte begrenzt.

WLAN.5.3 Monitoring der Netzverfügbarkeit

Statement

Detektion für Netze SOLLTE die Verfügbarkeit des Netzes anhand von {{ Schwellwerten }} überwachen.

Guidance

Die Verfügbarkeit wird Ende zu Ende über Funkzellen, Access Points, Controller, Authentisierungs-, DHCP- und DNS-Dienste, Uplinks und externe Übergänge überwacht. Technische Messwerte und synthetische Verbindungsprüfungen werden gegen dienstbezogene Schwellwerte bewertet; Wartungszustände, Alarmierung und Eskalation sind eindeutig geregelt.

WLAN.5.3.1 Auslastung des Netzes

Statement

Detektion für Netze SOLLTE die Auslastung des Netzes anhand von {{ Schwellwerten }} überwachen.

Guidance

Die Auslastung wird je Standort, Funkzelle, Kanal, Access Point, SSID, Uplink und zentralem Dienst erfasst. Airtime, Clientzahl, Bandbreite, Latenz, Paketverlust, Wiederholungen und Fehlerquoten werden zunächst baselined und danach gegen fachlich abgeleitete Schwellwerte bewertet.

WLAN.5.4 Unautorisierte Sendeanlagen

Rogue Access Point

Statement

Detektion für Räume KANN diesen nach unautorisierten Sendeanlagen durch {{ Wireless Intrusion Detection System (WIDS) }} überwachen.

Guidance

Ein Wireless Intrusion Detection System überwacht die relevanten Funkbereiche kontinuierlich auf unbekannte Sender, Rogue Access Points, Evil Twins und nicht freigegebene Client-Hotspots. Funk- und kabelseitige Beobachtungen werden mit dem Inventar abgeglichen und unterstützen die Lokalisierung; bestätigte Funde werden logisch oder physisch eingedämmt und in die Vorfallbearbeitung überführt.

WLAN.6 - Betriebsumgebung und Sensibilisierung

WLAN.6.1 Netzkomponenten

Statement

Gebäudemanagement für Netze SOLLTE für die Funktionsfähigkeit des Netzes erforderliche Systeme ausschließlich in Räumen für technische Infrastruktur platzieren.

Guidance

Zentrale WLAN-Komponenten wie Controller, RADIUS-Dienste und zugehörige Switching-Systeme werden in zugangsgeschützten, technisch geeigneten Bereichen betrieben. Dezentral montierte Access Points sind gegen unbefugtes Abstecken, Zurücksetzen, Austausch und Diebstahl geschützt; Uplink, Stromversorgung und Montageort sind dokumentiert.

WLAN.6.2 Systemadministration - Strukturierte Verkabelung

Statement

Sensibilisierung für Administrierende von Netzen SOLLTE zur strukturierten Verkabelung sensibilisieren.

Guidance

Die Sensibilisierung für strukturierte Verkabelung bezieht die Ethernet- und Power-over-Ethernet-Anbindungen der Access Points ein. Administrierende erkennen Ports, Patchfelder, VLAN-Zuordnungen, Kabelführung und Stromversorgung eindeutig und dokumentieren Änderungen so, dass Fehlanschlüsse, unbeabsichtigte Netzbrücken und vermeidbare Ausfälle auffallen.

WLAN.6.3 Öffentliche WLANs

Statement

Sensibilisierung für Nutzende von Endgeräten SOLLTE gegen die Risiken der Nutzung öffentlicher WLANs sensibilisieren.

Guidance

Beschäftigte werden für Evil Twins, manipulierte Anmeldeseiten und Abhörmöglichkeiten in öffentlichen WLANs sensibilisiert. Automatisches Verbinden und lokale Freigaben werden deaktiviert, Netzname und Betreiber geprüft und schutzbedürftige Informationen nur über institutionell freigegebene, zusätzlich abgesicherte Verbindungen übertragen; Zertifikatswarnungen und verdächtige Zugangsdatenabfragen werden gemeldet.

WLAN.6.4 Unverschlüsselte WLANs

Statement

Sensibilisierung für Nutzende von Endgeräten SOLLTE gegen die Risiken der Nutzung unverschlüsselter WLANs sensibilisieren.

Guidance

Beschäftigte erkennen, dass ein offenes oder lediglich durch ein Captive Portal geschütztes WLAN keine verschlüsselte Funkstrecke bereitstellt. Dienstliche Kommunikation erfolgt dort nur mit einer institutionell freigegebenen Ende-zu-Ende-Absicherung; Warnungen, unerwartete Umleitungen und fehlender zusätzlicher Schutz führen zum Abbruch und zur Meldung.

WLAN.6.5 Unautorisierte WLANs

Statement

Sensibilisierung für Nutzende von Endgeräten KANN die Nutzung unautorisierter WLANs untersagen.

Guidance

Nicht freigegebene Access Points, private Client-Hotspots, Funkbrücken und direkte WLAN-Verbindungen können Segmentierung, Protokollierung und Netzzugangskontrolle umgehen. Beschäftigte kennen das Verbot und das Freigabeverfahren; notwendige Ausnahmen werden zeitlich begrenzt dokumentiert, technisch abgesichert und durch Inventar- sowie Funküberwachung kontrolliert.